Wenn Menschen ihre innere Heimat finden, haben sie Zugang zu ihren Ressourcen.
      Wenn Menschen ihre innere Heimat finden,                     haben sie Zugang zu ihren Ressourcen.                                                                                                                

Brich auf, solange du kannst, zum Land deines Herzens,

um den dir angeborenen Sinn zu finden.                        

     

Rumi

Das Menschenbild der Wertschätzenden Kommunikation (GFK)

Das Menschenbild der Wertschätzenden Kommunikation (GFK) beruht auf folgenden

Grundannahmen:

  1. Alle Menschen haben dieselben lebendigen und universellen Bedürfnisse.
  2. Alles was wir tun, dient dazu, unsere Bedürfnisse zu nähren und zu erfüllen.
  3. Lebensenergie fließt, wenn wir mit unseren Bedürfnissen (Ressourcen) verbunden sind.

 

Die besondere Aufmersamkeit....

...der GFK liegt bei den lebendigen Bedürfnissen. Dort ist am leichtesten die GfK zu verstehen. Das Wort Bedürfnis wird in diesem Zusammenhang als erweiternder Begriff verwendet. Bedürfnis als Ressource, als Wert, als innerer Sinn.
Leider sind wir in einer Kultur groß geworden, die ein Verständnis vermittelt, wenn
wir ein Bedürfnis haben, seien wir selbstsüchtig. Jedoch die Absicht dahinter macht
deutlich, dass damit dem Menschen Schuldgefühle übertragen werden, wenn sie
vorhaben, ihre Bedürfnisse zu leben. -Ein grundlegendes Bedürfnis wäre an dieser
Stelle "Autonomie".

Ein Bedürfnis ist eine Quelle der Lebensenergie, die in jedem sprudelt. Es ist etwas,
das wir auch als eine Wertvorstellung bezeichnen können und als solches verinnerlicht haben. Dazu zählen Werte wie Respekt, Sicherheit, Anerkennung, Kontakt, Geborgenheit, Struktur, Selbstbestimmung usw.

Ein Bedürfnis ist also ein abstrakter Begriff von Werten, Ressourcen, nach denen sich
alle Menschen sehnen – unabhängig von Rasse, Herkunft, Alter, Geschlecht usw. Es
ist etwas dem Menschen innewohnendes, das uns alle gleich stellt.

  1. Ein Bedürfnis ist frei von der mitwirkenden Handlung anderer Menschen und frei von Zeit und Ortsangaben.
  2. Ein Bedürfnis wird positiv formuliert. Das führt zu Verständnis und erleichtert die spätere Lösungsfindung.
  3. Ein Bedürfnis hat unzählige Erfüllungsmöglichkeiten durch Bitten/Strategien.

Grundbedürfnisse, nach denen sich jeder sehnt:

  • Physisches Überleben: Nahrung, Wasser, Obdach, Schutz vor Feinden, Luft, Bewegung, Ruhe, Erholung
  • Soziales Miteinander: Fairness, Achtung, Respekt, Gleichberechtigung, Ehrlichkeit, Nähe, Geborgenheit, Offenheit, Wertschätzung, Rücksichtsnahme, Empathie, Unterstützung, Vertrauen, Verständnis, Zugehörigkeit, Anerkennung, Sinn, Selbstbestimmung, Autonomie, Entfaltungsmöglichkeit, Entwicklung, Kreativität, Frieden

Wie merke ich, dass mein Bedürfnis erfüllt ist, bzw. nicht erfüllt ist?

Werden im Alltag Bedürfnisse nicht genügend beachtet oder erfüllt, kommt es schnell zu Unzufriedenheiten und Konflikten. Jedoch unsere aktuellen Gefühle zeigen uns auf, ob unsere Bedürfnisse erfüllt oder unerfüllt sind:

  • Ist mein Bedürfnis erfüllt, reagiere ich freudig, neugierig, entspannt.
  • Ist mein Bedürfnis nicht erfüllt, reagiere ich ärgerlich, enttäuscht, irritiert.

Lebensenergie durch Verbundenheit mit unseren Bedürfnissen!

Sind wir mit unseren Bedürfnissen verbunden, erleben wir das volle Potenzial unserer Lebensenergie. Dabei bemerken wir, dass jegliche Anspannung wegfällt. Unerfüllte Bedürfnisse drücken sich aus in: Urteile, Drohungen, Interpretationen, Ärger, Wut oder Angst. Sie sind Folgen unseres moralisch-, verurteilenden- und Schuld zuweisenden Denkens, das die Welt in Kategorien von „richtig“ und „falsch“ einteilt. Damit entsteht eine Welt des Mangels, eine Welt der Anspannung.

 

Alles was wir tun, dient dazu, unsere Bedürfnisse zu nähren und zu erfüllen:

  1. Lebensenergie fließt, wenn wir mit unseren Bedürfnissen (Ressourcen) verbunden sind.
  2. Wertschätzung für sich selbst und andere zu entwickeln
  3. Alle Menschen haben dieselben lebendigen und universellen Bedürfnisse.
  4. Befriedigende Beziehungen aufzubauen und zu erhalten - zu sich selbst und zu anderen
  5. Konflikte zu lösen ohne Schuldzuweisung und Verurteilung
  6. Menschen, die in Not sind, Hilfestellung geben
  7. Alternativen zur Disziplinierung und oder Strafe aufzeigen
  8. Feedback geben, das die Entwicklung fördert statt behindert
  9. Statt "nett", "echt" zu sein